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Mittwoch, 05 August 2026

Trendwende? Deutsche Unternehmen blicken zuversichtlicher auf 2026

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Trendwende? Deutsche Unternehmen blicken zuversichtlicher auf 2026

Viele Unternehmen in Deutschland beurteilen ihre aktuelle Geschรคftslage kritisch, fรผr das kommende Jahr deutet sich jedoch eine Trendwende an. Im Rahmen einer Befragung des Kreditversicherers Coface erwarten 10 von 12 Branchen fรผr 2026 eine Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Situation. Als grรถรŸter Risikofaktor gilt nach wie vor die politische Unsicherheit, die in erster Linie auf die unvorhersehbare Handelspolitik der USA zurรผckzufรผhren ist.

33 Prozent der befragten Unternehmen in Deutschland bewerten ihre aktuelle wirtschaftliche Situation schlechter als im Jahr 2024, wรคhrend nur 16 Prozent von einer Verbesserung berichten. Zusammengenommen entspricht das einer Bilanz von -17 Saldenpunkten. Bildrechte:Coface Deutschland
33 Prozent der befragten Unternehmen in Deutschland bewerten ihre aktuelle wirtschaftliche Situation schlechter als im Jahr 2024, wรคhrend nur 16 Prozent von einer Verbesserung berichten. Zusammengenommen entspricht das einer Bilanz von -17 Saldenpunkten. Bildrechte:Coface Deutschland

Im Jahr 2025 berichten 33 Prozent der befragten Unternehmen in Deutschland von einer Verschlechterung ihrer Geschรคftslage gegenรผber 2024, wรคhrend 16 Prozent eine Verbesserung feststellen. Daraus ergibt sich eine Bilanz von -17 Saldenpunkten – eine deutlich weniger pessimistische Einschรคtzung im Vergleich zu -39 Punkten aus der Vorjahresbefragung. Besonders kritisch bewerten Unternehmen aus der Papier- und Verpackungsindustrie (-50 Sp.) sowie der Transportbranche (-47 Sp.) ihre aktuelle Lage. „Die Papierbranche ist รคuรŸerst energieintensiv. Obwohl die Strom- und Energiepreise gesunken sind, bleiben die Kosten bei einer verhaltenen Nachfrage zu hoch. Die Transportbranche leidet weiterhin unter der Rezession in der Industrieproduktion und der anhaltenden Konsumzurรผckhaltung, mit spรผrbaren Folgen fรผr Speditionen“, sagt Coface-Volkswirtin Christiane von Berg.

Hoffnung auf staatliche Impulse

Mit Blick auf 2026 zeigt sich vorsichtiger Optimismus: 32 Prozent der befragten deutschen Unternehmen rechnen mit einem Aufschwung, nur 16 Prozent erwarten eine Verschlechterung. Rund die Hรคlfte (52 Prozent) geht von gleichbleibenden Bedingungen aus – nach zwei Jahren Rezession und anschlieรŸender Stagnation. Der Stimmungswandel wird vor allem durch erwartete fiskalische Impulse getragen, darunter hรถhere staatliche Ausgaben fรผr Verteidigung, Infrastruktur und Klimaschutz sowie geplante steuerliche Anreize fรผr Unternehmensinvestitionen.

„Dass nach drei Jahren wirtschaftlicher Schwรคchephase 52 Prozent der Unternehmen fรผr 2026 lediglich eine stabile Geschรคftslage erwarten, zeigt, wie fragil der aktuelle Optimismus ist“, sagt Christiane von Berg. „Frรผhindikatoren wie der ifo Geschรคftsklimaindex bestรคtigen dieses Bild. Wรคhrend die Erwartungen fรผr die kommenden Monate steigen, bleibt die Einschรคtzung der aktuellen Lage kritisch.“ Den deutlichsten Stimmungsumschwung verzeichnet die Transportbranche: 35 Prozent rechnen mit einer verbesserten Geschรคftslage, nur 4 Prozent erwarten einen Rรผckgang. Auch der GroรŸ- und Einzelhandel sowie die Bauwirtschaft blicken mit wachsender Zuversicht auf das kommende Jahr. Hier nimmt die Auftragslage nach und nach zu, getragen von hรถheren Reallรถhnen und einem niedrigeren Zinsumfeld.

Politische Unsicherheit bleibt Risikofaktor Nummer eins

Als grรถรŸte wirtschaftliche Risiken werden in der aktuellen Befragung „Politische Unsicherheit“, „Schwache Binnennachfrage“ (jeweils 27 Prozent) und „Standortprobleme in Deutschland“ (25 Prozent) genannt. Bereits im Vorjahr wurde politische Unsicherheit als Hauptrisiko identifiziert – allerdings unter anderen Vorzeichen. „Im vergangenen Jahr war die Einstufung als Hauptrisiko vermutlich auf den verwirrenden Kommunikationsstil der deutschen Regierung und das Fehlen einer mittelfristigen Strategie zurรผckzufรผhren. 2025 hingegen rรผhren die politischen Sorgen eher von der unberechenbaren US-Handelspolitik, die durch plรถtzliche Kurswechsel und Ausnahmeregelungen geprรคgt ist“, erklรคrt Christiane von Berg.

Unverรคndert hoch bewerten deutsche Unternehmen die Risiken des hiesigen Wirtschaftsstandorts: Hohe Produktionskosten, Bรผrokratie und steuerliche Belastungen dรคmpfen die Wettbewerbsfรคhigkeit. Demgegenรผber hat der Fachkrรคftemangel angesichts steigender Arbeitslosenzahlen an Dringlichkeit verloren. Selbst die nachlassende Nachfrage aus China sorgt kaum noch fรผr Unruhe. Wรคhrend China 2020 noch Deutschlands zweitgrรถรŸter Exportpartner war, ist die Volksrepublik bis 2024 auf Platz fรผnf zurรผckgefallen.

รœber die Umfrage

Die neunte Auflage der Coface-Studie zu Zahlungserfahrungen von Unternehmen in Deutschland wurde im Mai und Juni 2025 durchgefรผhrt. 847 Unternehmen aus mehr als 12 breit gefรคcherten Branchen nahmen an der Befragung teil.

Die gesamte Studie und weitere Grafiken zum Download: www.coface.de

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