StartNewsWie Carolin Kebekus ihren kleinen Bruder aufklärte

Wie Carolin Kebekus ihren kleinen Bruder aufklärte

Carolin Kebekus (42) hat ihren vier Jahre jüngeren Bruder David auf der Rückbank des elterlichen Autos aufgeklärt, und zwar als er noch im Kinderstühlchen saß. Selbst hat sie zwar keinerlei Erinnerung mehr daran, aber ihm hat sich die Szene geradezu eingebrannt.

«Ich weiß noch, dass ich Carolin gefragt hab: „Wie läuft das, wie werden Babys gemacht?“ Und dann hat Carolin mir das erklärt, und ich konnte es einfach nicht glauben. Deshalb hab ich unseren Papa am Steuer gefragt: „Stimmt das?“ Und er hat mir über den Rückspiegel bestätigt: „Ja, sie hat recht.“»

Podcast mit 36 Folgen

Die Story wäre vielleicht für immer das Geheimnis von David geblieben, wenn sich die beiden nicht entschieden hätten, ihr Geschwisterleben einmal professionell aufzubereiten.

Das Ergebnis ist ein Audible-Original-Podcast in 36 Folgen. Unter dem Titel «Kebekus – was warum wie war» ist die Serie seit Donnerstag abrufbar.

Während die beiden der Deutschen Presse-Agentur darüber erzählen, sitzen sie eng beieinander auf einem kleinen, niedrigen Sofa in einer Wohnung in der Kölner Innenstadt. Carolin ist so, wie man sie aus dem Fernsehen kennt: Immer wieder prustet sie vor Lachen laut los, lässt sich schnell begeistern und reagiert auf alles sehr impulsiv. Der bärtige David wirkt wesentlich ruhiger und überlegter.

Das war schon so, als sie Kinder waren: Carolin unterhielt die Gäste bei Familienfesten als Ulknudel, Balletttänzerin, Pianistin oder Nachrichtenleserin. Und David saß unterm Tisch und hörte zu. Der Vater musste mit der Videokamera bewusst auf ihn zugehen, um ihn auch mal ins Bild zu bekommen – während sich Carolin ständig bereitwillig vor die Linse schob.

Inniges Verhältnis bis heute

Dennoch hatten die beiden immer ein sehr inniges Verhältnis. So kam auch die Idee für den Podcast zustande. Freundinnen und Freunde hatten ihnen immer wieder gesagt: «Wie abgefahren, dass ihr euch so gut versteht als Geschwister!» Erst dadurch stellten sie fest, dass das offenbar keineswegs selbstverständlich ist.

Die Grundlage für die gute Beziehung zueinander wurde vielleicht noch vor Davids Geburt gelegt. «Meine Eltern haben das sehr gut verpackt, als ich einen Bruder bekam», erzählt Carolin. «Die haben nicht gesagt: „Wir erwarten wieder Nachwuchs.“ Sondern: „Die Carolin kriegt ’n Bruder!“ Dadurch dachte ich: „Krass, ich krieg ’n eigenen Menschen geschenkt.“ Das war wie Weihnachten. Wir sind ins Krankenhaus gefahren und haben meinen Bruder abgeholt.»

David hat sich für die Recherche nochmal sein altes Spielzeug rausgesucht. Er wühlte wie früher in den Legosteinen herum, und es hörte sich genauso an wie damals. Sogar die Knetgummireste, die er mal als Spachtelmasse verwendet hatte, waren noch da. «Da war ich sofort wieder in dieser Welt.»

In Sachen Unterhaltung war Carolin schon früh sehr umtriebig, und davon hat der kleine Bruder profitiert. An Heiligabend bekam er von ihr zum Beispiel mal eine selbst aufgenommene Kassette mit Gute-Nacht-Geschichten geschenkt. Ein Jahr später folgte «Gute-Nacht-Geschichten 2» – sogar mit ähnlicher Covergestaltung. «Ein anderes tolles Geschenk von ihr war ein selbstgemaltes Bilderbuch, in dem unsere Kuscheltiere die Hauptfiguren waren.»

Zudem war die große Schwester für ihn eine Art Übersetzerin und Vermittlerin, etwa wenn es um Aussagen von Lehrern und Eltern ging. «Wenn die etwas wollten, hat Carolin mir gesagt: Das brauchst du vielleicht, weil soundso…» Von ihr konnte er das annehmen.

In Köln geblieben

Auch als junge Erwachsene blieb das enge Band zwischen ihnen bestehen, wohl auch weil beide immer in ihrer Heimatstadt Köln geblieben sind. Keiner von ihnen wollte je wegziehen. Und obwohl beide schließlich Comedians wurden, beteuern sie, dass ihre Beziehung frei von jeder Rivalität ist. Vielleicht auch deshalb, weil auf der Bühne jeder sein eigenes Ding macht.

So sehen sie sich nach wie vor als Team. Carolin, nachdenklich: «Wenn ich mir vorstelle, ich wäre mit meinen Eltern alleine gewesen – ohne’n Kollegen, mit dem man sich im Zweifelsfall mal schnell austauschen kann: „Sag mal, ist das noch normal?“ Das wär schon hart gewesen!»

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