Selbstständigkeit als Ausweg aus Arbeitsmarktkrise: Networking-Abend in Frankfurt zeigt Chancen für Gründer
Networking-Abend in Frankfurt zeigt Wege aus dem Arbeitsmarkt-Einbruch – Selbstständigkeit als Chance
Ein exklusiver Austausch mit über 50 Spitzenkräften sendet ein Signal an Arbeitnehmende und Gründungsinteressierte in Deutschland.
Deutschland steckt in einem historischen Wandel. Arbeitsmärkte sind instabil, Branchenbruchlinien werden durch Automatisierung, KI und Restrukturierungen beschleunigt. Kaum eine Woche vergeht ohne Schlagzeilen über Stellenabbau, Entlassungswellen oder Effizienzprogramme großer Konzerne. Für viele Angestellte nimmt damit der Druck zu – Unsicherheit wächst. Gleichzeitig entstehen völlig neue Wege, berufliche Perspektiven neu zu definieren: durch Selbstständigkeit, Unternehmensgründung oder ein Business neben dem Hauptberuf.

Diese Fragen standen im Zentrum eines exklusiven Networking-Abends, zu dem Dr. Johanna Dahm, Geschäftsführerin des Frankfurter Beratungshauses Dahm International Consulting, am Dienstag in die Mainmetropole eingeladen hatte. Mehr als 50 Top-Entscheiderinnen und Entscheider aus ganz Deutschland – Unternehmer, HR-Leiter, Kommunikations-Expertinnen, Berater und Gründer – folgten der Einladung. Ziel des Abends: praxisnahe Wege aus dem Arbeitsmarkt-Einbruch aufzuzeigen und realistische Chancen der Selbstständigkeit zu diskutieren.
Ein Thema, das viele bewegt – und drängt
Der steigende Wunsch nach beruflicher Unabhängigkeit ist messbar. Laut Statistischem Bundesamt gibt es rund 4,3 Millionen Selbstständige in Deutschland, davon ca. 1,5 Millionen Solo-Selbstständige. Jährlich werden etwa 300.000 Unternehmen neu gegründet – jedoch überleben nur rund 40 Prozent die ersten fünf Jahre. Diese Zahlen zeigen das Potenzial, aber auch die Risiken des Unternehmertums.
Gleichzeitig warnen Unternehmen bereits heute vor massiven Arbeitsplatzveränderungen: Studien und Unternehmensangaben zufolge könnten bis 2030 mehr als 41 Prozent der Beschäftigten ihren Job verlieren – vielfach durch Automatisierung, Outsourcing oder KI-gestützte Prozesse.
Selbstständigkeit wird darum zunehmend nicht romantisiert, sondern rational kalkuliert – als zusätzliche Einkommensquelle, als Absicherung oder als zweites Standbein neben dem Beruf.

Impulse von Expertinnen und Experten
Mit persönlichen Erfahrungsberichten, strategischen Impulsen und offenen Einblicken boten die geladenen Gäste Inspiration aus erster Hand.
Der ehemalige RKW-Geschäftsführer Tobias Bühnemann, international ausgezeichnet für innovative Architekturprojekte im öffentlichen Sektor, entschied sich erst mit Mitte 50 für die Gründung eines eigenen Büros. Sein Beispiel zeigt, dass Unternehmertum nicht an ein bestimmtes Alter gebunden ist, sondern vielmehr auf Mut, Beratung und fundierte Planung setzt. Der mehrfache Preisträger empfahl, Zukunftssicherheit nicht ausschließlich im traditionellen Angestelltenverhältnis zu suchen, sondern aktiv neue unternehmerische Chancen zu gestalten.
Ein weiterer Gast: Marcel Friederich, ehemaliger Kommunikationsleiter der Deutschen Fußball Liga. Nach elf Jahren Festanstellung entschied er sich für den Schritt in die Selbstständigkeit – mit Fokus auf Inklusion, Diversity und soziale Verantwortung. Seitdem setzt er sich insbesondere in Schulen und Sportorganisationen für Bewusstseinsbildung ein. Seine Botschaft: Der Wechsel ins Unternehmertum ist nicht spontaner Befreiungsschlag, sondern Ergebnis strategischer Reflexion – begleitet von Mentoren und Beratern.
Mit besonderem Fokus auf mentale Stärke und Selbstführung berichtete die Apothekerin und Gesundheitsunternehmerin Susanne Ruth. Nach Stationen in Pharmazie, Coaching, Radio und Gesundheit gründete sie zusätzlich ein Yoga- und Pilatesstudio. Sie plädierte dafür, Resilienz als Kernkompetenz für Gründerinnen zu begreifen: „Wer selbst führt, kann andere führen – und erst recht ein nachhaltiges Business.“
Ergänzt wurden diese Perspektiven durch Anne Schmidt, Vice President HR bei Able-Eye. Trotz vollem Terminkalender reiste die HR-Lenkerin eigens aus Leipzig an. Sie betonte, dass StartUps nur dann erfolgreich skalieren, wenn Leadership-Modelle, Talententwicklung und Organisationskultur frühzeitig strategisch verankert werden. Skalierbarkeit sei ein wesentlicher Faktor der Wettbewerbsfähigkeit – gerade in Krisenzeiten.

Dialog, Mut und Vernetzung
An interaktiven Stationen und Roundtables tauschten sich die Gäste über ihre Beweggründe und Herausforderungen aus: Angst vor Scheitern, finanzielle Risiken, rechtliche Rahmenbedingungen, Work-Life-Balance sowie die Frage, ob Selbstständigkeit im Nebenerwerb ein sicherer Einstieg sein kann.
Viele Teilnehmende berichteten, dass der innere Wunsch nach Autonomie wachse, aber Entscheidungsblockaden oft den entscheidenden Schritt verhindern. Unternehmerin und Gastgeberin Johanna Dahm, selbst mehrfache Gründerin, Bestseller-Autorin und Präzisionsexpertin für Business-Entscheidungen, betonte daher den Stellenwert klarer Zielbilder und konsequenter Entscheidungen:
„Unternehmensgründung erfordert Zielbewusstsein, Entschlusskraft und Risikobereitschaft. Ein belastbares Netzwerk ist dabei genauso entscheidend wie ein tragfähiges Geschäftsmodell. Erfolg entsteht selten allein – sondern durch Kollaboration und Mentoren, die Perspektiven öffnen und Umwege vermeiden.“
Dahm, die mehr als 25 Jahre Großunternehmen beriet, kündigte an, ab 2026 ausschließlich mit Einzelentscheidern und StartUps zu arbeiten und deren Entscheidungs- und Wachstumsprozesse zu begleiten. Als Beispiel leistungsstarker Unternehmerinnen verwies sie auf Marion Sulzmann (Galerie Arp, Hanau) und Mareile Blendl (Morph! Düsseldorf).
Selbstlernkompetenz als Zukunftswährung
Ein Höhepunkt des Abends war die Vorstellung zweier neuer Lernprogramme, die Dahm gemeinsam mit Producerin Daniela Egbivwie entwickelte – frisch gelauncht in Kooperation mit LinkedIn Learning, der weltweit größten Weiterbildungsplattform.
Die Kurse richten sich an Intrapreneure und Gründerinnen und versprechen praxisnahe Tools zu Entscheidungsprozessen, Leadership und Business-Development. Dahm erklärte:
„Wissen sollte geteilt werden – Kompetenz wird verkauft. Wer Grundlagen versteht, kann Beratung effizienter nutzen und schneller wachsen.“
Bereits zwölf bestehende Online-Kurse auf LinkedIn Learning wurden weltweit tausendfach gebucht; mit den neuen Formaten erweitert Dahm das Portfolio um strategische Module für die neue Gründergeneration.
Selbstständigkeit ist kein Risiko – sie erfordert Strategie
Der Abend zeigte: Unternehmertum ist kein romantisierter Traum von Freiheit, sondern eine bewusst gewählte Alternative zur Unsicherheit traditioneller Beschäftigung. Selbstständigkeit eröffnet Chancen – jedoch nicht ohne Planung, Netzwerk, Businessmodell und vor allem Durchhaltevermögen.
Viele Gäste nahmen Impulse für ihre nächste Phase mit: die Verknüpfung von Digitalisierung und Leadership, die Bedeutung resilienter Strukturen und die Notwendigkeit, Mentoring aktiv zu nutzen.
Denn jene, die in wirtschaftlich unsicheren Zeiten unternehmerisch handeln, gestalten nicht nur ihre eigene Zukunft neu – sie schaffen Innovationen, Arbeitsplätze und Wertschöpfung.
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